|
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
UND
BAUDENWIRTSCHAFT (stránka vznikla ve spolupráci Veselý Výlet) Was die Gründung der Wiesenenklaven durch Holzfäller aus den Alpenländern ringsherum um den Fluss Malá Úpa betrifft, spricht der tschechisch geschriebene Bericht der Beamten von Kutná hora Bände, in dem sie sich im September 1609 bei der kaiserlichen Hoheit beschweren: „....auf allen Höhen sind Buden zu sehen, in denen die Holzknechte Vieh halten und dieses überall auf den Rodungen weiden lassen. Unter der Höhe Khyberg (Kraví Hora) über Malá Uppa ist, Ihre Kaiserliche Durchlaucht, ein Tryffthaus für die Arbeiter, wo sie bei der besagten Klause klausen und ihre Arbeit verrichten, und auch der Zollmeister (Forstverwalter) selbst dreißig Stück Vieh hält und auf den Bergen weiden lässt. Aber bei demselben Khyberg ist Plodrthal (unterhalb der Kirche) wo auch drei Buden stehen und dazu noch eine Hütte bei der Ploderklause. In all diesen wird nicht wenig Vieh gehalten und an den schönsten und besten Sommertagen Heu und Krummert gemacht, was den Wäldern zu großem Schaden gereichet, da daselbst kein Wald mehr wachsen kann...“
Entgegen den ursprünglichen Plänen ihrer Majestät blieben die Holzfäller aus den Alpen auch nach Abschluss der Hauptholzernte. Sie rodeten einige der Kahlschläge und kultivierten den kaiserlichen Grund und Boden mühevoll zu Wiesen. Die steinernen Agrarwälle entlang der Grundstücke zeugen noch heute von dieser harten Arbeit. Auch die Namen der Wiesenenklaven erinnern an deren Begründer, wie zum Beispiel Renner- und Rotterbauden, Šímovy chalupy (Simon Kirchschlager), Tonovy domky (Tonhäuser – Anton Kirchschlager) u. a. In den schlichten Berghütten begann man Vieh zu halten, was den Gebirgsbauern über Jahrhunderte hinweg und der rauen Bedingungen zum Trotz zum Lebenserhalt wurden. Für jede einzelne Kuh musste der Landwirt Heu von mindestens einem Hektar Wiese ernten. Heu wurde auch an den Heugründen an den höchstgelegenen Orten von Malá Úpa, ja sogar an den Hängen der Schneekoppe geerntet. Bis Ende des 19. Jahrhunderts konnte das Vieh auch im Wald weiden, später wurde im Baumbestand und auf den Waldschlägen nur noch Heu getrocknet. In den Ställen gab es nichts zur Einstreu, das Vieh stand auf den blanken Bohlen, unter denen die mit Wasser verdünnte Gülle in tiefen Gruben aufgefangen wurde. Diese benutzten die Bergbauern jeweils immer im Frühling zum Jauchen der Wiesen ringsherum um die Hütten, wodurch sich die Heuerträge erhöhten. Das gesunde Bergheu voller Wiesenkräuter garantierte eine hochwertige, fette Milch, die in den Hütten in gewölbten Milchkellern mit durchfließendem Wasser aufbewahrt wurde. Aus der Sahne wurde Butter gestampft, die für Jahrhundert Hauptexportartikel der Landwirte von Malá Úpa war. Aus der abgerahmten Milch stellte man dann Gebirgskäse her. Nach der Zugabe von Molke verdickte sich die Milch Dank der enthaltenen Bakterien schnell zu einem dicken Brei. In Keramikförmchen bekam der Käse seine runde Form. Nachdem sie durchgetrocknet waren, wurden sie von der
Wirtschafterin für 2 - 3 Tage auf ein schiefes Brett gestülpt, damit die letzte Molke abfließen konnte. Diese wurde in einem Steinguttopf zusammen mit einem Kalbsmagen zum Erhalt der Bakterien zur nächsten Verwendung aufbewahrt. Noch in den Förmchen wurden die Käse gesalzen und zur optischen Verschönerung in ein Bad mit rotem Paprika getaucht und anschließend, je 60 Stück, in eine Kiste gepackt. Butter und Quargel wurden von den Landwirten auf Kraxen ins Tal geschafft, meist zu den Zwischenhändlern aus dem Schlesischen. Größter Aufkäufer von Milchprodukten direkt in Malá Úpa waren Johann und später Alois „Butter“ Scholz, von der heutigen Rusalka-Baude. Ab 1930 war die Mehrheit der Landwirte Mitglied der genossenschaftlichen Molkerei in Trutnov und die anstrengende heimische Milchverarbeitung nahm ein Ende. Aus Malá Úpá, Pec und Velká Úpá wurden dazumal Tag für Tag 5 Tausend Liter bester fetter Gebirgsmilch aufgekauft. Zu Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Malá Úpa noch tausend Rinder gehalten, kurz nach 1945 noch mindesten 550, aber nach der Zwangsaussiedlung der ursprünglichen Bewohner hörte die Viehzucht allmählich auf. Nicht immer war der Handel mit dem benachbarten Schlesien völlig legal, in Malá Úpa soll es ebenso viele Schmuggler, wie Hütten gegeben haben. Die Preisdifferenz und vor allem das fehlende Angebot im Nachbarland verlockte ganze Generationen von Gebirglern zu diesem gefährlichen aber einträglichen Gewerbe. Oft wurden sie von der Grenzwacht beschossen, so mancher Schmuggler kam um seine Last und so mancher auch ums Leben. Bei Nacht und Nebel wurden auf den Kraxen vor allem Butter und Käse nach Schlesien geschleppt, zurück waren sie beladen mit dem Süßstoff Saccharin, mit Branntwein, Tabak und später auch Petroleum.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||