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Junkers JU-52/3m g4e, Spitzname „Tante Ju“, Mittelstreckentransportflugzeug, erbaut im Jahre 1934, Flugweite 1 500 km, Tragflächenspannweite 29,20 m, Länge 18,90 m, Antrieb 3 Neun-Zylindermotoren BMW 132A-3, jeder mit einer Leistung von 533 kW, Maximalgeschwindigkeit 257 km/h, Nutzlast – dreiköpfige Besatzung und 18 Passagiere oder 13 Tragen und Krankenpflegerpersonal, Maximale Abflugmasse 11 030 kg. In den Jahren von 1939 bis 1945 wurden 3225 Flugzeuge vom Typ JU-52 hergestellt. Eines von ihnen stürzte an der Schneekoppe ab.

FLUGZEUGKATASTROPHE
DER JU-52 AN DER SCHNEEKOPPE

(stránka vznikla ve spolupráci Veselý Výlet)

Gegen Ende des II. Weltkriegs kam es am Massiv der Schneekoppe zum bekanntesten Flugzeugunglück im Riesengebirge. Es geriet vor allem deswegen nicht in Vergessenheit, da die Flugzeugtrümmer ganze 53 Jahre und 7 Monate auf einem Teil des Hangs des Obøí høeben verstreut herumlagen. Im Februar 1945 hatte die Rote Armee Breslau (Wroclaw) eingekesselt und die deutsche Wehrmacht war gezwungen, von hier aus ihre Verwundeten zu evakuieren. Am 23. Februar verunglückte auf dem Behelfsflugplatz von Breslau nach Mitternacht das deutsche
Transportflugzeug Junkers 52 mit der Rumpfnummer 7759 bei einem Landungsversuch. Die Maschine ging dabei zu Bruch, aber die vierköpfige Besatzung mit ihrem Piloten Otto Kloppmann kam mit dem Leben davon. Augenblicklich gingen sie an Bord einer anderen, von Pilot Emil Hannemann und Copilot Albert Link gesteuerten Junkers vom Typ JU-52/3m g4e. Außer beiden kompletten Besatzungen waren noch 20 verwundete Soldaten an Bord, insgesamt also 28 Menschen. Ihr Ziel war höchstwahrscheinlich der Flugplatz mit Lazarett in Mladá Boleslav oder Hradec Králové. Über dem Riesengebirge geriet die Junkers in einen starken Schneesturm. Die meteorologische Station stellte damals angeblich Windgeschwindigkeiten von über 110 km/h fest. Gegen vier Uhr morgens zerschellte das Flugzeug am Hang des Riesenkamms unterhalb der Schneekoppe, dicht unter dem Weg Travers. Nach dem zertrümmerten mittleren Motor zu urteilen, schlug das Flugzeug offensichtlich frontal zum Hang auf. Niemand wird mehr in Erfahrung bringen, wie viele Passagiere direkt nach dem Absturz noch am Leben waren. Wir wissen nur, dass es sechs Männern gelang, sich aus den Trümmern zu befreien – unter ihnen war niemand von der Besatzung. Die verwundeten Soldaten stapften vier Kilometer in Richtung Rùžová hora und Baude Rùžohorka durch Schnee und Sturm. Gegen halb acht kamen sie bei der Baude an. Der jüngste von ihnen, der noch nicht achtzehnjährige Siegfried Szewezyk, starb kurz darauf, vier Soldaten blieben am Leben. Jetzt erfuhren die Leute auf der Schneekoppe vom Unglück und schickten einen Suchtrupp aus, der aber das verunglückte Flugzeug wegen des Schneesturms vier lange Stunden lang nicht ausmachen konnte. Als sie endlich beim Flugzeug ankamen, waren die verwundeten Soldaten, die den Absturz angeblich überlebt hatten, auch schon tot. Noch am gleichen Tag machten sich Klein Aupaer Männer auf, um die Toten zu bergen.

 Die Flugzeugtrümmer waren vor allem in den ersten Nachkriegsjahren eine echte Touristenattraktion (Kovanda, 1948)

Jeder Tote wurde auf je einem Hörnerschlitten zum Friedhof von Malá Úpa gebracht und dort wurden sie alle in zwei Reihen links vom Friedhofstor beigesetzt. Im Juni 2002 wurden die sterblichen Reste der 23 Soldaten vom Verband für die Pflege deutscher Kriegsgräber exhumiert und anschließend auf dem deutschen Militärfriedhof in Brno beigesetzt. Die Identifikation laut den Wehrmacht-serkennungsmarken bestätigte die Anzahl der Toten, so wie sie in der Matrikel in einem mit Bleistift eingetragenem Verzeichnis, nebst bestätigendem Stempel des Pfarrsprengels, registriert sind.

Das Flugzeug blieb am Hang der Schneekoppe liegen, aber sowohl Touristen, als auch Einheimische klaubten alles Brauchbare oder Interessante auseinander und ließen es mitgehen. Zuerst verschwanden alle Armaturen, dann die Sitze und das Wellblech vom Rumpf wurde gar zur Heimwerker-Herstellung von Waschmaschinen benutzt. Das interessanteste sind die drei BMW-Motoren. Am 23. September 1998 sammelten Einwohner von Malá Úpa die letzten Teile und Stücke des Flugzeugs in Transportnetze. Um 14.15 Uhr kam der erfahrene Pilot Jaroslav Rákos mit einem Transporthubschrauber der Firma Aerocentrum geflogen und die Motoren traten zusammen mit einem Stück vom Rumpf der JU-52 ihren letzten Flug über den Löwengrund an. Zwanzig Minuten später wurde auf gleiche Weise die zweite aus kleineren Stücken bestehende Last abtransportiert. Die späte Bergung brachte auch eine kleine Überraschung. Am hinteren Rumpfteil war die Werknummer 8620 erhalten geblieben. Im Protokoll der Luftwaffe zu diesem Unglück ist unkorrekterweise die Nummer 6820 aufgeführt. Die Flugzeugreste sind in Malá Úpa deponiert, der besterhaltene der drei Motoren ist hier ausgestellt.

 Die Flugzeugtrümmer waren vor allem in den ersten Nachkriegsjahren eine echte Touristenattraktion
(Kovanda, 1948)

 

 

In der Nähe des Flugzeugunglücks der JU 52 am Kamm des Obøí høeben,
am Wanderpfad Traverz unterhalb des Schneekoppemassivs, installierte die Burggesellschaft Aichelburg im Jahre 2001 eine tschechisch-deutsche Gedenktafel.