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Die Schneekoppe (Snìžka) ist schon seit dem 17. Jahrhundert der meistbesuchte Ort von Malá Úpa (1899).
 

Der Name des Postamts in Malá Úpa war jeweils immer auf dem Poststempel eingraviert:

1. 3. 1876 bis 1920 KLEIN AUPA - MALÁ OUPÁ

1920 bis 1924 È.S.P. MALÁ ÚPA / KLEIN AUPA

ab 15. 1. 1924 bis 1938 DOLNÍ MALÁ ÚPA / NIEDER
 KLEIN AUPA

ab 1939 bis 1945 NIEDERKLEINAUPA

ab 1945 bis 1946 DOLNÍ MALÁ ÚPA

ab 1946 bis 1. 4. 1951 DOLNÍ MALÁ ÚPA

ab 2. 4. 1951 bis 31. 1. 1984 MALÁ ÚPA

ab 1. 2. 1984
bis 1. 5. 1992 PEC pod SNÌŽKOU 4

ab 1. 5. 1992 MALÁ ÚPA

REISEVERKEHR

(stránka vznikla ve spolupráci Veselý Výlet)

Die Anfänge des Reiseverkehrs auf der tschechischen Seite des Riesengebirges sind gerade in Malá Úpa zu finden. Der Sage nach, so in der alten Klein Aupaer Chronik nachzulesen, wurde der Ort Grenzbauden (Pomezní Boudy) von österreichischen, mit Verbannung bestraften Adligen gegründet. Einer von ihnen soll Hübner geheißen und im Jahre 1663 die Tochter eines hiesigen Köhlers geehelicht haben. Es mag sein, dass Stefan Hübner, der 1815 die Heimathütte in ein Berghotel umbaute, einer seiner Nachfahren war. Schon damals importierte er ungarischen Fasswein aus Weinkellern bei Wien. Hauptgäste waren Deutsche aus dem benachbarten Schlesien, aber auch aus Preußen und Niedersachsen. Ab 1815 wurden hier lustige Hörnerschlittenfahrten für die Gäste veranstaltet. Zur Hübnerbaude kam man mit Pferdeschlitten herauf und nach dem Vergnügen ging es auf von ortskundigen Gebirglern gelenkten Hörnerschlitten in Schussfahrt zurück nach Karpacz. Erst viel später wurde diese Attraktion auch an anderen Orten des Riesengebirges eingeführt. Im Jahre 1821 erweiterte Stefan Hübner das Hotel um einen Tanzsaal mit Orchesterplatz für eine eigene Kapelle. Im damals besten Hotel des Riesengebirges, der Hübnerbaude, hielten sich mitunter auch namhafte Persönlichkeiten auf, so zum Beispiel im Jahre 1866 nach dem Sieg im preußisch-österreichischen Krieg, auch der Kronprinz und spätere Preußenkaiser Friedrich. Ins Kataster der Gemeinde fällt auch ein Teil der Schneekoppe, des höchsten Gipfels nördlich der Alpen und gerade vorbei an der Hübnerbaude führte dazumal der Hauptanstieg. Der Klein Aupaer Bürger und Begründer des
bis heute stehenden Gasthofs Pomezní bouda, Hermann Blaschke, erbaute im Jahre 1868 auf dem zu Klein Aupa gehörenden Teil der Schneekoppe die Böhmische Baude. Auch wenn er sie schon zwei Jahre später Friedrich Sommer, dem finanzkräftigeren Nachbarn von der Preußischen Baude verkaufte, war sie lange bedeutendster Gasthof auf der böhmischen Seite der Berge. In den Jahren 1875 bis 1945 wurde die Baude sehr gut von der Familie Pohl aus Karpacz verwaltet. Die Übernahme dieser beiden weit bekannten Bauden durch den tschechischen Staat im Jahre 1945 brachte weder der Hübnerbaude noch der Böhmischen Baude Glück. Die vor dem 2. Weltkrieg umgebaute, aber nicht mehr völlig fertig gestellte Hübnerbaude fand keinen neuen Inhaber und verfiel langsam, bis sie 1961 abgerissen werden musste. Nur der Skilift Hýbnerka erinnert noch an die berühmte Baude. Auch die böhmische Baude (Èeská bouda) auf der Schneekoppe verkam infolge der sozialistischer Pflege so rapide, dass sie wegen ihres jammervollen Zustands bald abgetragen wird. Auch eine dritte bedeutende gastronomische Einrichtung von Malá Úpa wurde nach einem Brand von 1941 nicht wieder eröffnet. Die Mohornmühle – Hotel mit Restaurant entstand im Jahre 1902 durch den Umbau der alten, vom Hochwasser von 1897 beschädigten Mühle. Der aus Spindlermühle gebürtige Hotelier Wenzel Adolf ließ dabei den Teil des Mühlengasthofs, in dem 1779 der zukünftige Kaiser Josef II. genächtigt hatte, bestehen. An den Besuch erinnernde Utensilien wie Besteck, Stiefelknecht und weitere Gegenstände waren dem Brand zum Opfer gefallen.

Der Löwengrund (Lví dùl) ist bis heute die romantischste Ecke von Malá Úpa. Er beginnt unterhalb des Gipfels der Schneekoppe und zieht sich sieben Kilometer lang bis nach Spálený Mlýn hin (1901). 
 

 

 

 

Zu einem Aufleben des Reiseverkehrs kam es im Zusammenhang mit dem einsetzenden Skienthusiasmus und der Einführung der Wintersaison zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Besonders in Pomezní Boudy schossen neue Hotels und Pensionen wie Pilze aus dem Boden. Dieser Tourismus-Boom kam erst im 1. Weltkrieg zum Erliegen, durch die wirtschaftlichen Erfolge der jungen Tschechoslowakei nach 1920 lebte er jedoch wieder auf. Dieser positive Trend nahm in der Weltwirtschaftskrise ein Ende, außerdem untersagte Hitler im Jahre 1933 die Ausfuhr der deutschen Mark, wodurch der traditionell hohe Anteil von Besuchern aus Deutschland stark zurückging. Nach dem 2. Weltkrieg kamen die meisten Gäste zum Gewerkschaftsurlaub nach Malá Úpa, unter der Parole „Die Berge gehören den Werktätigen“. Aus den Hotels wurden Gewerkschaftserholungsheime. Erst die neu gewonnene Freiheit und Privatisierung nach 1990 brachten eine deutliche Verbesserung der Qualität der Unterkünfte, Ski- und sonstiger Dienstleistungen mit sich. Die Eröffnung des Info-Zentrums ist nur ein Beweis dafür.

 

Bestandteil des Hotels Mohornmühle blieb der alte Gasthof, der an den Besuch des Kaisers Josefs
II. erinnerte. Hinten standen eine Holzschleiferei und eine Werkstatt zur Schindelherstellung, die sich
den Mühlgraben zunutze machten (1903).  

 

Die Hübnerbaude wurde im Jahre 1815 zum Ersten Hotel auf der böhmischen Seite des Riesengebirges (1902). 

Die größte Attraktion des Ostriesengebirges waren mehr als zwei Jahrhunderte lang die Hörnerschlittenfahrten von Pomezní Boudy (Grenzbauden) nach Kowary (Schmiedeberg) (1910).
 

Der Aufschwung des Skisports wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Einführung er Wintersaison beschleunigt. Diese Skifahrer kamen am 24. Januar 1926 durchs Tal Èerná Voda. 
 

Die Grenzbauden noch vor Aufschwung des Tourismus, links der verschwundenen Gasthof Stará Pomezní bouda, bzw. Heindelbaude, rechts die Pomezní bouda, bzw. Goderbaude (1905).  

Die Pomezní bouda hatte im Verlauf der Jahrhunderte viele Namen – Blaschkebaude, Goderbaude, Hoferova Pomezní bouda und noch unlängst Devìtsil (1904).

 

Das erste Hotel direkt in Pomezní Boudy – Die Baude Kaiser Franz Joseph I. wurde 1911 vom Einheimischen Ignaz Tippelt gegründet. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie baute er sie einige Male um und gab ihr den Namen Tippeltbaude. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie nach ihrem Verwalter Vachata bouda genannt, heute heißt sie Hotel Družba (1914).